Schweres Erdbeben erschüttert Nepal: Mehr als 1.800 Tote

Womöglich noch viele Menschen unter Trümmern begraben

Ein gewaltiges Erdbeben im Himalaya hat Nepal erschüttert. Besonders betroffen ist die Hauptstadt Kathmandu, wo zahlreiche Gebäude und historische Tempel eingestürzt sind. Nach offiziellen Angaben kamen dabei mindestens 1.800 Menschen ums Leben, über 1.800 weitere wurden verletzt. "Wir fürchten, dass noch viele Menschen unter alten Häusern und Gebäuden begraben sind", sagte Innenministeriumssprecher Laxmi Dhakal. Nepal hat in den betroffenen Gebieten den Notstand ausgerufen. Auch in Indien, Bangladesch und China starben infolge des heftigen Bebens Dutzende Menschen.

Nepal Erdbeben Himalaya

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Im rund 700.000 Einwohner zählenden Kathmandu flohen die Menschen während des Bebens, das um 11:56 Uhr lokaler Zeit begann, auf die Straße. Dort harrten sie stundenlang aus, da es zu mehr als 20 Nachbeben kam - eine Rückkehr in die Häuser war kaum möglich. Zudem kam der Verkehr vielerorts zum Erliegen, weil die Straßen aufrissen. Das Zentrum des Bebens der Stärke 7,8 lag nach Angaben des Deutschen Geoforschungszentrums (GFZ) nur etwa 80 Kilometer von Kathmandu entfernt, in etwa 18 Kilometern Tiefe. Das ganze Ausmaß der Zerstörung in Nepal sei noch nicht auszumachen, sagte Dhakal. "Wir haben noch nichts von weit entfernten Dörfern gehört."

Die mehr als eine Minute andauernde Erschütterung sowie Nachbeben bis zu einer Stärke von 5,5 waren bis in die indische Hauptstadt Neu-Delhi und Kalkutta spürbar. Nach offiziellen Angaben sind in Indien mindestens 34 Menschen ums Leben gekommen. Sie wohnten in den nordindischen Bundesstaaten Bihar, Uttar Pradesh und Westbengalen. Auch in Bangladesch und China starben jeweils eine Frau.

Wegen des Erdbebens löste sich auch eine Lawine am Mount Everest und verschüttete mehrere Bergsteiger. Mindestens acht Menschen wurden in den Tod gerissen, wie es vom Tourismusministerium hieß. Indiens Luftwaffe schicke mehrere Flugzeuge mit Nahrungsmitteln, Wasser und Rettungsausrüstung. Auch Spürhunde, Ärzte und Krankenpfleger seien an Bord, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Neu Delhi.

Eingestürztes Haus in Kathmandu

Eingestürztes Haus in Kathmandu

Hilfsmaßnahmen aus Deutschland laufen an

Der kulturell wichtige Durbar-Platz im Zentrum Kathmandus - ein Unesco-Weltkulturerbe - sei nicht mehr wiederzuerkennen. Über Twitter wurden erste Bilder geschickt, auf denen nur noch Holzhaufen zu sehen sind, wo einst historische Gebäude standen. Der neunstöckige Dharahara-Turm sei in sich zusammengestürzt.

Auch der einzige internationale Flughafen in Kathmandu sei geschlossen worden. Alle Flüge würden ins indische Neu-Delhi umgeleitet, sagte ein Polizist. Derzeit ist die Hauptsaison für Bergsteiger, die auf die höchsten Berge der Welt klettern.

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich infolge des Unglücks tief erschüttert gezeigt. "Mit großer Bestürzung habe ich von der verheerenden Erdbebenkatastrophe in Nepal erfahren, die so viele Menschenleben gekostet und so großen Schaden auch am kulturellen Erbe Ihres Landes angerichtet hat", schrieb Gauck nach Angaben des Bundespräsidialamts an seinen nepalesischen Amtskollegen Ram Baran Yadav. "Ich spreche Ihnen und den Angehörigen der Opfer auch im Namen meiner Landsleute meine tief empfundene Anteilnahme aus." Deutschland stehe in dieser schweren Zeit an Nepals Seite.

Kathmandu hat die internationale Gemeinschaft um humanitäre Hilfe gebeten. In Deutschland bereiten sich unterdessen erste Helfer für einen Einsatz im Himalaya vor. "Wir stehen in den Startlöchern", sagte Richard van Hazebrouck, Pressesprecher des Technischen Hilfswerks in Bonn. Für solche Fälle habe das THW auch eine Schnelleinsatz-Einheit. Noch liege aber kein offizielles internationales Hilfeersuchen vor. Vermutlich seien in dem besonders betroffenen Nepal auch die örtlichen Regierungsstrukturen von dem Beben betroffen. Weil viele Menschen in sehr instabilen Häusern lebten, könnte das Erdbeben für die Region weiterhin schlimme Folgen haben.

Auch Russland will etwa 50 Rettungskräfte sowie Technik in die Katastrophenregion schicken. Die Helfer seien startklar und hätten große Erfahrung in Erdbebengebieten, teilte das Zivilschutzministerium in Moskau mit. Kremlchef Wladimir Putin sprach seinem Amtskollegen sowie den Menschen in Nepal sein tiefes Mitgefühl angesichts der "menschlichen Opfer und schweren Zerstörungen" a

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