Erdbeben überfordert Nepal: "Es fehlt an allem, was gebraucht wird"

"Wir waren auf ein Desaster dieses Ausmaßes nicht vorbereitet"

Nach dem schweren Erdbeben haben Hunderttausende Menschen Nepals Hauptstadt Kathmandu verlassen. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind etwa acht Millionen Menschen von den Folgen der Katastrophe betroffen, davon bräuchten 1,4 Millionen Menschen Nahrungsmittel. Die Zahl der Erdbeben-Toten in der Himalaya-Region stieg auf mehr als 4.700.

Nepal Erdbeben

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Nepals Regierung räumte erstmals öffentlich ein, trotz zahlreicher Warnungen vor einem bevorstehenden großen Beben nicht ausreichend vorbereitet gewesen zu sein. "Wir haben nicht genügend Mittel, und wir brauchen mehr Zeit, um alle zu erreichen", erklärte Innenminister Bam Dev Gautam im staatlichen Fernsehen. Die Behörden hätten Schwierigkeiten, die Krise zu meistern. "Wir waren auf ein Desaster dieses Ausmaßes nicht vorbereitet."

Unterdessen wächst die Wut in der Bevölkerung auf die Regierung. Denn viele Menschen - sogar in Kathmandu - beklagen, dass sie noch gar keine oder kaum Unterstützung erhalten haben. "Wir leben hier auf der Straße, ohne Essen und Wasser, und wir haben in den vergangenen drei Tagen keinen einzigen Beamten gesehen", sagte ein Mann, der mit seiner Familie im Freien campierte. Die Stromversorgung ist zusammengebrochen, sodass weder Wasserversorgung noch Telekommunikation gut funktionieren. "In unserer Gegend gehen die Lebensmittel aus. Die Läden sind so gut wie nicht geöffnet. Und wenn sie doch aufmachen, gibt es einen Ansturm, und alles ist binnen Minuten weg", beklagte ein Überlebender.

Mehr als 100 Deutsche werden vermisst

So dringend internationale Hilfe benötigt wird - sie kommt kaum durch. Der Flughafen Kathmandu wird wegen der starken Nachbeben zeitweise geschlossen. Maschinen mit Hilfsgütern und Helfern müssen immer wieder umkehren. "Die deutschen Rettungsteams sind nach bis zu 70 Stunden Anreise jetzt in Kathmandu eingetroffen. Aber ein Großteil ihres Equipments ist noch nicht angekommen. Medikamente, Wasser, Zelte - alles, was die Menschen hier so dringend brauchen", berichtet RTL-Reporter Oliver Beckmeier aus Nepal.

Unter den Todesopfern ist auch ein Professor der Göttinger Georg-August-Universität, wie ein Sprecher der Hochschule mitteilte. Der Professor befand sich mit 15 Studenten und einem weiteren Wissenschaftler auf einer Exkursion nordwestlich von Kathmandu, als die Gruppe vom Erdbeben überrascht wurde. Der 67-Jährige sei in einer engen Schlucht von herabstürzenden Felsmassen getroffen und tödlich verletzt worden, erklärte seine Familie. Einige der Studierenden wurden leicht verletzt. Zu etwa 100 Deutschen in Nepal besteht derzeit kein Kontakt. Ein Krisenstab kümmere sich, versicherte das Auswärtige Amt.

Am Mount Everest konnten inzwischen alle Bergsteiger gerettet werden. Dort hatte eine Lawine Teile des Basislagers zerstört. Viele Bergsteiger saßen tagelang in Höhencamps fest, weil die Abstiegsroute zerstört war. Das indische Militär, das bei der Rettungsaktion mithalf, sprach von mindestens 22 Toten. Bekannte Bergsteiger hatten zuvor kritisiert, dass zunächst den Ausländern am Mount Everest geholfen wer

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