Sämtliche Fotos: RTL/Frank Rollitz/Schneider Press

„Ich hatte den Kleinen eben auf dem Arm. Er ist so zart und gebrechlich, wie ein aus dem Nest gefallenes Vögelchen. Der Kleine wiegt nur 6,1 Kilo. Soviel wie normalerweise ein sechs Monate altes Baby – aber er ist zweieinhalb Jahre alt. Er kann nicht stehen, er kann nicht krabbeln, weil die Arme und Füße viel zu schwach sind“, berichtet Michaela May mit Tränen in den Augen mitten in einer kleinen Gesundheitsstation im Norden Kenias. Die Schauspielerin ist als Projetpatin für den RTL-Spendenmarathon nach Marsabit gereist. Knapp 9.000 Kinder unter fünf Jahren in der Region hungern und drohen zu sterben. 11.954 schwangere und stillende Mütter gelten als schwer unterernährt.

Michaela May hat den zweieinhalbjährigen Sasita gemeinsam mit seiner Mutter Ntalego Marro zur Untersuchung in die Gesundheitsstation begleitet. Die Diagnose ist erschreckend: der Kleine ist völlig unterernährt und muss dringend Gewicht zulegen, sonst droht er zu sterben. „Ich habe versucht den Kleinen mit einer speziellen Nahrungsergänzung für Kinder aus der Tube zu füttern, aber er kann gar nicht schlucken. Das Kind muss lernen, dass er jetzt Nahrung kriegt. Nur so kann er überleben. Ich hoffe, dass das gelingt. Wenn wir jetzt nichts unternehmen, werden viele, viele Kinder sterben“, so Michaela May.

Beim RTL-Spendenmarathon am 18. November 2022 wird Michaela May live im Studio bei Wolfram Kons von ihren tragischen Erlebnissen in Kenia berichten und die Zuschauer:innen bitten zu spenden. Michaela May: „Ich bin schockiert und wahnsinnig traurig das zu sehen. Ich habe ja auch oft mein Enkelkind auf dem Arm und merke den Unterschied zu den Kindern hier. Das rührt mich so am Herzen. Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, diese Kinder haben Hunger. Bitte spenden Sie und helfen sie mit das Leben dieser Kinder zu retten!“

Mit den Spenden, die beim RTL-Spendenmarathon gesammelt werden, wird die Deutsche Welthungerhilfe Hilfsgüter in die Region transportieren sowie Nahrungsergänzungsmittel, Hygiene Kits und medizinische Produkte an akut unterernährte Kinder und Mütter ausgeben. Zudem sollen Cash Transfers den Müttern ermöglichen, überlebenswichtige Dinge zu kaufen. Darüber hinaus werden Gesundheitseinrichtungen bei der Durchführung integrierter Gesundheits- und Ernährungskampagnen in schwer zugänglichen Gebiete unterstützt und Gesundheitspersonal in der effektiven Erkennung und Behandlung von Unterernährung geschult.

Hintergrund

Auf dem afrikanischen Kontinent leidet jeder fünfte Mensch an chronischem Hunger, insgesamt sind es über 278 Millionen, rund 20,2 Prozent der gesamten Bevölkerung auf dem Kontinent. Nachdem die vierte Regenzeit in einigen Gebieten von Marsabit in Nordkenia auszufallen droht, besteht in der Region ein hohes Maß an Ernährungsunsicherheit und Unterernährung. Auf der Grundlage der im Februar 2022 durchgeführten Kurzzeitbewertung befindet sich der Bezirk Marsabit derzeit in einer Notstandsphase der Nahrungsmittel- und Ernährungssicherheit mit mehr als 275.000 Menschen, die sofortige humanitäre Hilfe benötigen, wobei mehr als 91.000 Menschen nicht in der Lage sind, ihren gesamten Nahrungsmittelbedarf pro  Haushalt in dem Landkreis zu decken.

Angesichts steigender Preise aufgrund von Dürre und anderen Krisen – darunter der Krieg in der Ukraine, der zu einem hohen Anstieg der Kraftstoff- und Weizenpreise geführt hat – sind viele Haushalte nicht in der Lage, ihren täglichen Nahrungsmittelbedarf zu decken. So hat sich beispielsweise der Preis für ein Kilo des Grundnahrungsmittels Mais fast verdoppelt. Die dortige Bevölkerung lebt größtenteils von der Viehzucht. Ihre Handelsbedingungen haben sich aufgrund des schlechten Zustands der Viehbestände erheblich verschlechtert. Darüber hinaus haben die Bewohner in Marsabit den letzten Monaten schätzungsweise mehr als 34.000 Kamele, 38.000 Rinder, 85.000 Ziegen und 112.000 Schafe aufgrund von Dürre und Viehseuchen verloren. Abgesehen von den Einkommensverlusten beeinträchtigt der Verlust des Viehbestands auch die Ernährung der Kinder, da Fleisch und Milch ein wichtiger Bestandteil der Ernährung der Kinder sind. Es kommt zu einem Anstieg der Unterernährung, weil die Kinder keine Milch mehr bekommen, die Teil ihrer täglichen Ernährung ist. Knapp 9.000 Kinder unter fünf Jahren in Marsabit und rund 12.000 schwangere und stillende Mütter gelten als schwer unterernährt.

„Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e.V.“ und der RTL-Spendenmarathon

Seit 1996 engagiert sich  RTL für Not leidende Kinder in Deutschland und der ganzen Welt. Sämtliche Kosten für Personal, Produktion und Verwaltung, die rund um die „Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e.V.“ und den dazugehörenden RTL-Spendenmarathon entstehen, trägt RTL Deutschland. So fließt jeder Cent der gesammelten Gelder ohne Abzug in ausgewählte Kinderhilfsprojekte. Dafür stehen die Stiftung RTL und der RTL-Spendenmarathon, die längste Charity-Sendung im deutschen TV. Jedes Jahr wird die Stiftung durch das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) geprüft und trägt seit 2002 das begehrte DZI-Spendensiegel. In den vergangenen Jahren konnten mehr als 248,3 Millionen Euro gesammelt werden. Die „Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e.V.“ förderte damit hunderte Kinderhilfsprojekte. Millionen Not leidenden Kindern in Deutschland und aller Welt wurde so nachhaltig geholfen.

Welthungerhilfe

Die Welthungerhilfe wird in diesem Jahr 60 Jahre. Sie ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie setzt sich mutig und entschlossen für eine Welt ohne Hunger ein. Seit ihrer Gründung am 14.12.1962 wurden 10.895 Auslandsprojekte in rund 70 Ländern mit 4,46 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.