Projektpate Bruce Darnell setzt sich für die Minenkinder Tsiliva (vorne), Soanambignee (links) und Lahinirivo in Madagaskar ein. Foto: RTL / Claudia Berger (Mitarbeitende von UNICEF Deutschland)

Die schwerste Reise seines Lebens: Als Projektpate der „Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e.V.“ ist Bruce Darnell in den Süden von Madagaskar gereist. Dort begegnet er den Minenkindern Tsiliva und Soanambignee, die unter lebensgefährlichen Bedingungen Glimmer abbauen müssen.

Es ist dunkel, drückend heiß und die Luft voller Staub. Mit einer Stirnlampe auf dem Kopf steigt der zehnjährige Tsiliva in ein selbst gegrabenes Loch hinab. Eine Leiter führt nur wenige Meter tief, danach muss sich der Junge mit Händen und Füßen abstützen. Bis zu 40 Meter reichen manche Schächte in die Erde. Sie sind ungesichert und können jederzeit einstürzen. Unten schlägt Tsiliva mit einem Hammer Glimmer aus dem Gestein. Immer wieder klettert er nach oben, lädt seine Ausbeute ab und steigt erneut in die Dunkelheit. Tag für Tag. Schule, Spielen und eine unbeschwerte Kindheit gibt es für ihn nicht. „Ich habe keine Angst, in die Mine hinunterzugehen und abzustürzen. Aber ich muss von dem Staub viel husten“, erzählt Tsiliva. Dabei hat er einen großen Traum: „Wenn ich zur Schule gehen und lernen könnte, könnte ich werden, was ich will. Am liebsten würde ich Arzt werden.“ Für einen ganzen Monat gefährlicher Arbeit erhält eine Familie in der Mine häufig nur etwa sechs US-Dollar. Was Glimmer ist, wofür er verwendet wird und welchen Wert er am Ende der globalen Lieferkette besitzt, weiß Tsiliva nicht.

Diese Begegnung und die Eindrücke verändern Bruce Darnell: „Diese Reise geht mir sehr nahe und hat mich sehr nachdenklich gemacht. Die Welt hat die Kinder hier in Madagaskar viel zu lange vergessen. Ich möchte ihnen eine Stimme geben und gemeinsam mit den RTL-Zuschauerinnen und Zuschauern dafür kämpfen, dass sie endlich gesehen und geschützt werden!“

Ein Traum, der eigentlich selbstverständlich sein sollte

Auch die 13-jährige Soanambignee hat kaum Gelegenheit, einfach nur Kind zu sein. Sie sammelt das aus den Schächten nach oben gebrachte Glimmergestein ein und sortiert es mit bloßen Händen. Während der Mineralstaub ihre Atemwege reizt, sitzt sie stundenlang zwischen glitzernden Steinhaufen. „Ich muss das machen. Es macht keinen Spaß, aber ich muss helfen, meine Familie zu ernähren“, erzählt sie. Nach einem langen Arbeitstag fühlt sie sich krank, niest und hustet. Gemeinsam mit ihrer älteren Schwester schläft sie in einer spärlichen Unterkunft. Um Wasser zu holen, müssen die Mädchen zwei Stunden laufen, und das für eine Strecke. Auch Soanambignee möchte lernen. Sie träumt davon, später Hebamme oder Lehrerin zu werden. Doch ihre Familie kann sich den Schulbesuch nicht leisten. Auf die Frage, was sie sich am meisten wünsche, antwortet das Mädchen mit einem Satz, der Bruce Darnell tief berührt: „Ich träume davon, zu spielen.“

„Was Tsiliva und Soanambignee erleben, ist kaum auszuhalten“, so Bruce Darnell ergriffen. „Wir reden hier nicht über Luxus, sondern über die elementarsten Rechte eines Kindes: genug zu essen, medizinische Versorgung, Schutz und Bildung. Diese Kinder müssen wissen, dass sie Rechte haben und sie brauchen Erwachsene, die dafür kämpfen, dass diese Rechte Wirklichkeit werden. Das ist ein langer Weg. Aber es ist unsere Pflicht, ihn zu gehen.“ Der Entertainer und Modedesigner wird deshalb beim RTL-Spendenmarathon im November an die Zuschauerinnen und Zuschauer appellieren: „Tsiliva hat nur einen Wunsch: Er möchte zur Schule gehen, lernen und nie wieder in diese dunklen, gefährlichen Schächte steigen müssen. Diesen Wunsch möchte ich ihm und all den anderen Kindern erfüllen. Bitte helfen Sie mit. Kein Kind sollte sein Leben riskieren müssen, damit unsere Welt ein wenig mehr glitzert.“

 

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Der Glanz unserer Produkte ist ihr Alltag aus Staub und Angst

Glimmer, auch Mica genannt, ist hitzebeständig und elektrisch isolierend. Das Mineral steckt unter anderem in Computern, Mobiltelefonen, Batterien, Fahrzeugen und Autolacken. In Kosmetikprodukten sorgt es für den schimmernden Effekt. Doch hinter diesem Glanz verbirgt sich für Tausende Kinder in Madagaskar ein Alltag aus Armut, Hunger und lebensgefährlicher Arbeit. Schätzungen zufolge arbeiten im Süden des Landes mehr als 11.000 Kinder im Alter von fünf bis 17 Jahren in der Mica-Lieferkette. Mehr als 4.000 Kinder unter fünf Jahren verbringen ihre Tage an den Minen, weil ihre Eltern keine Möglichkeit haben, sie anderweitig betreuen zu lassen. Rund 175 informelle Abbaustätten in 35 Gemeinden produzieren etwa 90 Prozent des Glimmers in Madagaskar.  In den betroffenen Regionen treiben extreme Armut, Dürren, Überschwemmungen und zerstörerische Zyklone ganze Familien in den Bergbau. Schutzkleidung, sauberes Trinkwasser und medizinische Versorgung fehlen häufig. Erwachsene und Kinder arbeiten teilweise stundenlang barfuß und ohne Mundschutz. Der feine Staub kann die Lunge dauerhaft schädigen; zugleich drohen Verletzungen durch einstürzende Schächte und herabfallendes Gestein.

Bruce Darnell lässt sich von der dreizehnjährigen Soanambignee ihren harten Arbeitsalltag als Minenkind erklären. Foto: RTL / Claudia Berger (Mitarbeitende von UNICEF Deutschland)

Der Weg aus der Mine ist für viele Kinder kaum erreichbar. Nur rund 33 Prozent der Kinder in den Bergbaugemeinden schließen die Grundschule ab; landesweit sind es 56 Prozent. In der Kilimiary-Grundschule besuchten zu Beginn eines Schuljahres noch 250 Kinder den Unterricht – später waren es nur noch 40. Viele Familien mussten ihre Kinder aus der Schule nehmen, damit sie in den Minen zum Überleben der Familie beitragen. Zahlreiche Kinder kommen außerdem hungrig zum Unterricht und erhalten nur eine Mahlzeit am Tag.

Schutzräume, Bildung und neue Hoffnung

Mit den Spenden aus dem RTL-Spendenmarathon 2026 will die „Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e. V.“ gemeinsam mit UNICEF Kinder aus den Glimmerminen schützen und ihnen neue Perspektiven eröffnen. In sicheren Schutz- und Lernräumen erhalten gefährdete Kinder psychosoziale Hilfe, werden über ihre Rechte aufgeklärt und bei der Rückkehr in die Schule begleitet. Kinder, die jahrelang gearbeitet und große Lücken im Unterricht haben, sollen durch Aufholkurse wieder in eine ihrem Alter entsprechende Klasse integriert werden.

Ein wichtiger Baustein sind 16-wöchige Life-Skills-Programme. In wöchentlichen Kursen lernen Kinder und Jugendliche, sich gegen Gewalt, Ausbeutung, Kinderarbeit, Frühverheiratung und frühe Schwangerschaft zu schützen. Durch Gespräche, Musik, Tanz und Rollenspiele entwickeln sie Selbstvertrauen, lernen eigene Entscheidungen zu treffen und beginnen wieder, an eine Zukunft jenseits der Mine zu glauben. Gleichzeitig werden Eltern in die Programme einbezogen und über Kinderrechte sowie eine gewaltfreie Erziehung informiert. Lokale Fachkräfte, Gemeindemitglieder, Schulkomitees und Kinderschutzteams werden geschult, damit gefährdete Kinder frühzeitig erkannt und nachhaltig unterstützt werden. Je nach Höhe der Spendeneinnahmen können bis zu 3.000 Kinder an Life-Skills-Programmen teilnehmen, bis zu 2.750 bislang nicht eingeschulte Kinder in Bildungsangebote aufgenommen und bis zu 2.000 Menschen durch gemeindebasierte psychosoziale Angebote erreicht werden. Darüber hinaus sollen gefährdete und von Gewalt betroffene Kinder individuell begleitet, Betreuungspersonen geschult und lokale Kinderschutzstrukturen langfristig gestärkt werden.

 

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Über UNICEF: Hilfe für Kinder seit 80 Jahren

Das UN-Kinderhilfswerk wurde vor 80 Jahren am 11. Dezember 1946 ins Leben gerufen, um Kindern im vom Zweiten Weltkrieg zerstörten Europa zu helfen. Heute setzt sich UNICEF weltweit in über 190 Ländern für die Umsetzung der Rechte aller Kinder ein. Von der schnellen Nothilfe bis zu langfristigen Programmen hilft UNICEF, dass Mädchen und Jungen überall auf der Welt gesund und geschützt groß werden und ihre Fähigkeiten voll entfalten können.

Das Deutsche Komitee für UNICEF mit Sitz in Köln wurde 1953 als Verein gegründet und ist heute eine der wichtigsten Stützen der weltweiten UNICEF-Arbeit. In ganz Deutschland sind rund 7.000 ehrenamtliche Erwachsene und Jugendliche für UNICEF aktiv. Mit Programmen und politischer Arbeit trägt UNICEF Deutschland auch hierzulande zu einem besseren Verständnis der Rechte und der Belange von Kindern bei. Weitere Informationen: www.unicef.de

„Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e.V.“ und der RTL-Spendenmarathon

Seit 1996 engagiert sich RTL für Not leidende Kinder in Deutschland und der ganzen Welt. Sämtliche Kosten für Personal, Produktion und Verwaltung, die rund um die „Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e.V.“ und den dazugehörenden RTL-Spendenmarathon entstehen, trägt RTL Deutschland. So fließt jeder Cent der gesammelten Gelder ohne Abzug in ausgewählte Kinderhilfsprojekte. Dafür stehen die Stiftung RTL und der RTL-Spendenmarathon, die längste Charity-Sendung im deutschen TV. Jedes Jahr wird die Stiftung durch das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) geprüft und trägt seit 2002 das begehrte DZI-Spendensiegel. In den vergangenen Jahren konnten mehr als 330 Millionen Euro gesammelt werden. Die „Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e.V.“ förderte damit hunderte Kinderhilfsprojekte. Hunderttausenden Not leidenden Kindern in Deutschland und aller Welt wurde so nachhaltig geholfen.

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